Willkommen auf "hibiscusweb.de"
 

Seit fast 40 Jahren beschäftige ich mich mit Hibisken. Während meines jahrelangen Aufenthalts im arabischen Ausland sammelte ich viele Sorten, die ich als Stecklinge mit nach Deutschland brachte. Freunde und Verwandte versorgten mich mit Steckhölzern von ihren Reisen, Freundschaften im Ausland schickten mir neue Sorten und ich kaufte besondere Sorten wo immer ich sie fand.
Meine Züchterarbeit zeigt seit einigen Jahren Erfolge, die Neuzüchtungen sind bei der International Cultivar Registration Authority in Australien registriert.

Seit längerem bin ich Mitglied der Amerikanischen, der Australischen und der Internationalen Hibiscus Society. Für letztere fungiere ich als Jurorin bei der Beurteilung wie auch als Anzucht-/Versuchsstation für Neuzüchtungen aus aller Welt

Bisher gab es nur Hibiskusbücher in englischer Sprache. 2001 habe ich zusammen mit Frau Baum das erste deutschsprachige Hibiskusbuch beim Formosa Verlag herausgegeben.
Im Sommer 2008 erschien von mir ein sehr viel umfangreicheres Buch über den tropischen Hibiskus, Hibiscus rosa-sinensis; zu bekommen beim Formosa-Verlag: www.formosa-verlag.de.

Es gibt in Deutschland eine große Anzahl von Hibiskus-Freunden, die gerne ihr Hobby mit anderen teilen würden.
Um mehr Menschen, die Freude an Hibisken haben, zu erreichen und Ihnen wichtige Informationen zu liefern, habe ich diese Homepage gestaltet.

Diese heiße ich hier alle herzlich willkommen!

In Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland gibt es meines Wissens bislang keine Organisation für die Freunde der Hibiskuspflanzen. Die "Deutsche Hibiskus Gesellschaft" sollte als Informations- Kommunikations- und Kooperationsgemeinschaft dienen.
Die Verbindung zu und die Kooperation mit den internationalen Hibiskus-Gesellschaften (siehe Links) sollte zusätzliche Informationsmöglichkeiten schaffen.

Leider ist es mir in den vergangenen Jahren nicht gelungen genügend "Mitstreiter" zu finden die bereit gewesen wären den anfallenden Arbeitsaufwand mit mir zu teilen.

Für Internetbenutzer gibt es aber seit einigen Jahren eine deutschsprachige Mailingliste, zu finden unter:
http://groups.yahoo.com/group/hibiskusfreunde

Die dazugehörige e-mail Adresse lautet:
hibiskusfreunde@yahoogroups.com oder hibiskusfreunde-subscribe@yahoogroups.com

Dort können sich alle Hibiskusfreunde austauschen, egal ob eigene Erfahrungen Informationen aus anderen Foren, Fragen, Fotos oder Pflanzen und Samen, selbstverständlich ist die Mailingliste völlig kostenlos!

Wer Fragen hat meldet sich bitte bei ulla@lengdobler.de oder 09407-3414.

Kontakt Ursula Lengdobler:

  :Email: ulla@lengdobler.de
  Telefonnummer: 09407-3414

Stand der Homepage:

  04.04.2008

Inhalt und Fotos:

  Ursula Lengdobler

Gestaltung der Homepage:

  Martin Lengdobler (annoton.de)

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5th dimension
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Eigenzüchtungen von Ursula Lengdobler

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10.12.2011
Arten      
       

Die Gattung Hibiskus ist eine von über 120 Gattungen von verwandten Sträuchern, Büschen und kleinen Bäumen die zur Malvaceae- Familie gehört.

Ich möchte hier nur die grobe Unterscheidung zwischen den sogenannten Wildhibiskusarten und den Hybriden (Kreuzungen) des Hibiscus rosa-sinensis vornehmen. Leider bekommt man in den deutschen Gärtnereien üblicherweise nur selten und in sehr beschränkter Auswahl die "Wild"arten angeboten. Allerdings lassen sich diese Pflanzen zumeist recht gut aus Samen ziehen.

Bei den Hibiskusarten gibt es viele mit kleinen Blüten und sparrigem Wuchs, andere haben Blüten bis 25cm Durchmesser. Bei den vielen unterschiedlichen Arten stelle ich die vor, die meines Erachtens kulturwürdig sind.

Da sind zunächst die Arten, die über den Winter einziehen und die man daher im kühlen Keller für lange Zeit vernachlässigen kann: Hibiscus moscheutus, die Sorten "Disco-Belle", "Southern-Belle" mit noch größeren Blüten, Hibiscus coccineus, Hibiscus laevis (synonym Hibiscus militaris). All diese Hibiskusarten haben sehr große, beeindruckende Blüten, sie brauchen für ihre kurze Vegetationsperiode gute Erde, sehr viel Dünger und Wasser und volle Sonne.

       
Hibiscus moscheutos kann auch im Garten gezogen werden, er wächst dort wie eine Staude. Im Februar angezogene Pflanzen können noch im selben Jahr in den Garten an einen vollsonnigen, geschützten Platz gepflanzt werden. Für den ersten Winter brauchen die Pflanzen eine Winterabdeckung mit Laub und Zweigen.
Später im Jahr angezogene Pflanzen sollten den ersten Winter im Haus verbringen und erst im darauf folgenden Jahr ab Ende Mai ausgepflanzt werden.
 
 
       
Die nächsten wirklich besonderen Hibiskusarten sind Hibiscus mutabilis und Hibiskus taiwaniana. Diese Pflanzen kommen aus Südchina, Taiwan und Japan. Die Blätter sind samtig behaart, die Blüten wechseln über den Tag die Farbe von weiß bis dunkelrosa. Sie wachsen sehr langsam, können warm oder kühl überwintert werden. Bei kühler Überwinterung verlieren sie meistens die Blätter, von daher muss sehr vorsichtig gegossen werden. Größere Pflanzen vertragen Kälte bis -15° C. Zu diesen Arten gehört auch der Hibiscus paramutabilis, der wechselt allerdings nicht die Farbe.
   
 
Hibiscus acetosella begeistert durch das rötliche Laub und die vielen oftmals in Büscheln zusammen stehenden weinroten Blüten. Im Frühjahr und Herbst sind sie hellweinrot mit dunklen Adern, im Sommer tief dunkel.
 
 
   
 
Hibiscus radiatus mit seinen weinroten, dunkel geaderten Blüten und karmesinrotem Mittelpunkt ist leicht aus Samen zu ziehen. Der Stamm und die Blätter sind mit "Stacheln" besetzt, die Blätter tief gelappt und gezackt. Die Pflanze wächst aus Samen schnell auf etwa zwei Meter, sie blüht im Frühjahr und im Herbst.
 
 
   
 

Es gibt noch viele andere Wildarten, die aus Samen zu ziehen sind, z.B.:

Hibiscus trionum (einmal im Garten, sät er sich von alleine wieder aus, der Samen übersteht auch Kahlfröste)

Hibiscus burtt-davyi (baumartig wachsend mit rosa Blütenbüscheln, sehr schön)

Hibiscus diversifolius (strauchig wachsend mit hellgelber Blüte, rotem Mittelpunkt, braucht Platz)

Hibiscus ludwigii (herrliche große gelbe Blüten mit dunkler Mitte)

Hibiscus pedunculatus (blüht im gleichen Jahr der Aussaat leuchtend pink-rosa, etwas Besonderes!)

Hibiscus präteritus (strauchig wachsend mit kleinen roten Blüten)

Hibiscus sabdariffa (die Samenkapseln werden häufig für Marmelade benutzt, schmecken ähnlich wie Preiselbeeren)

Hibiscus rosa-sinensis

Hibiscus rosa-sinensis, auch chinesischer Roseneibisch oder Königin der tropischen Blumen genannt, ist der Hibiskus, den man überall kaufen kann. Meist wird er nur in rot, rosa, weiß, gelb oder orange mit roter Mitte, einfarbig oder gefüllt angeboten. Dabei gibt es so viele unendlich herrliche Hybriden (Kreuzungen). Die Züchter in Kalifornien, Florida, Texas, Tahiti, Australien und in den Niederlanden haben wahre Wunderdinge in Blütengröße, Formenvielfalt und Farbvariation vollbracht.

Eine besondere Stellung nehmen der Hibiskus schizopetalus, der Hibiskus El Capitolio und der Hibiskus cooperii ein. Die beiden ersten bezaubern durch ganz besondere Blütenformen, letzterer durch sein panaschiertes Laub.

   
 
Hibiskus schizopetalus ist sehr wuchsstark. Die Blüte ist im Gegensatz zu den übrigen Hibiskuspflanzen hängend und sehr zierlich. Die Staubblattröhre ragt lang aus der Blüte hervor, die Blütenblätter biegen sich wie eine Krone in die Höhe und sind tief geschlitzt.
 
 
   
 
Ähnlich der Hibiskus El Capitolio, von dem es eine rote Sorte, einen orangeblühenden sowie einen cremefarbenen Sport gibt. Allerdings sitzt bei ihm noch ein Blütenblattkranz am Ende der Staubblattröhre, sodass eine Etagenblüte entsteht.
 
 
   
 
Hibiskus cooperii gibt es rot- und hellrot blühend. Die Blüten sind relativ klein, die Blütenblätter leicht geschlitzt. Er besticht durch das wunderschöne Laub, bei der Sorte "Snow Queen" ist es grün mit weiß. Die Sorten "Rose Flake" und „Red Hot“ haben rötliche Stengel, Blattansätze sowie Blattumrandungen, manchmal sind auch die Blätter selbst weinrot panaschiert.
 
 
   
 

Pflege

Die bei uns in den Gartencentern und Super-/Baumärkten angebotenen Hibisken sind leider immer noch meistens mit Wachstumshemmern behandelt und oft gehen die Pflanzen daran ein. Wenn die Wirkung nach einigen Monaten (6-9) nachlässt, benötigen die Pflanzen viel Kraft für das normale strauchige Wachstum, sie sind in dieser Zeit sehr anfällig für Wurzelfäule. Es gelingt manchmal die behandelten Pflanzen aus ihrem „Zwergenwachstum“ heraus zu holen. Sofort nach dem Kauf die Pflanzen aus dem Topf nehmen und den Wurzelballen ausspülen. Dann in frisches Kübelpflanzensubstrat, welches gut mit Perlite vermischt wurde, neu topfen und ab sofort kräftig düngen.

In Spezialgärtnereien angebotene Pflanzen hingegen sind unbehandelt und somit weitaus gesünder. "Klein halten" kann man die meisten Hibisken leicht durch regelmäßigen Rückschnitt, der weder der Blühfreudigkeit noch der Blütengröße Abbruch tut.

Die Pflege dieser wunderschönen Topf- und Kübelpflanzen ist wirklich einfach: feuchte, aber nie nasse Erde 2:1 vermischt mit Perlite, zur besseren Belüftung der Wurzeln. Zuviel Wasser ist einer der Hauptgründe warum so viele Pflanzen eingehen. Gedüngt wird von März bis Oktober mit jedem Gießwasser (eventuell sogar doppelte Konzentration) mit einem möglichst Phosphorarmen Dünger, bitte bei der N-P-K Zusammensetzung (steht auf jedem Dünger drauf) darauf achten. Er sollte aber auf jeden Fall auch die Spurenelemente enthalten, damit keine Mangelerscheinungen auftreten. Hibisken müssen in relativ kurzer Vegetationszeit neues Blattwerk und viele Blüten bilden, somit brauchen sie dementsprechend viel Dünger.
Im Winter, wenn die Pflanzen warm stehen, bitte alle 14 Tage mit einem ausgeglichenen Dünger gießen. Da die Pflanzen aus den Tropen und Subtropen stammen, lieben sie die volle Sonne - also im Haus ruhig das Südfenster wählen, wobei während der Mittagszeit im Sommer eventuell leicht schattiert werden sollte. Auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten einen sonnigen Platz geben, Halbschatten sollte nur über kurze Zeit sein.
Der Umzug von drinnen nach draußen zur Sommerfrische sollte erst Ende Mai erfolgen. Leichter Blatt- wie Knospenverlust wird schnell wieder aufgeholt. Im Herbst kann man zwecks gesunder Überwinterung die Pflanzen ruhig etwas länger draußen lassen. Erst wenn die Nachttemperaturen unter 8°C sinken, sollten die Pflanzen reingeholt werden. Auch dabei sind leichte Blatt- wie Knospenverluste einzurechnen, aber die Wärmespeicherung über einen (hoffentlich) sonnenreichen Sommer bringt bis in den Dezember eine reiche Blüte. Nach kurzer Blühpause kann man sich meist schon wieder ab Februar an neuen Blüten erfreuen.

Wer seine Hibisken über den Sommer draußen stehen hat, sollte, bevor er die Pflanzen einräumt, unbedingt alle zwei bis drei Mal im Abstand von 4 Tagen mit „Neem“ oder mit den sonst im Handel üblichen Schädlingsbekämpfungsmitteln durchsprühen. Nur so entgeht er den im warmen Winterquartier sich oft explosionsartig ausbreitenden Schädlingen.

 

Krankheiten

Die sorgfältige, richtige Pflege verhindert meistens eine Erkrankung der Pflanzen!

Bei Hibisken immer wieder vorkommende Krankheiten sind Wurzelfäule, das Eintrocknen einzelner Zweige und das Spitzen-Sterben. Beides wird durch Pilze verursacht, die in die Leiterbahnen eindringen und somit die Pflanze zum absterben bringen. Diese Pilze sind in der Erde immer latent vorhanden.

Hibisken die ständig nass gehalten werden erkranken leicht an Wurzelfäule.
Das Gleiche gilt für Pflanzen die draußen stehen, wenn der Sommer recht regenreich ist. Von daher sollte man möglichst ein trockenes Quartier, z.B. unter einer Überdachung, für die Pflanzen haben, damit sie zwischendurch abtrocknen können. Eventuell ist es sogar besser sie weiter auf der Fensterbank zu kultivieren, als sie an durch zuviel Regen entstandene Wurzelfäule zu verlieren.
Auch Hibisken die in Übertöpfen gehalten werden erkranken leichter an Wurzelfäule.

Nach der „Sommerfrische“ eingeräumt beginnt für die Hibisken noch mal eine herrliche Blütezeit, da sie in den vergangenen Monaten viel Kraft gespeichert haben. Ab Januar ist diese dann meist aufgebraucht und es beginnt die kritischste Phase der Überwinterung. Kurze Tage und wenig Licht machen den Hibisken sehr zu schaffen und sie werden äußerst anfällig für jegliche Pflegefehler.
Zuviel Wasser und kühler Standort/kalte Wurzeln führen unweigerlich zur Wurzel- oder Wurzelhalsfäule. Darum ist es ungeheuer wichtig die Wassermengen entsprechend dem geringeren Wachstum zu reduzieren.
In diese Zeit fällt auch das Absterben der Pflanze von oben her oder vereinzelter Zweige. Oftmals stoppt es von allein, wenn die Standort- und Pflegebedingungen optimiert werden können, oft genug aber geht die gesamte Pflanze ein. Auch veredelte Exemplare sind davon nicht verschont und sterben unter Umständen komplett ab.

Vermehrung

Es gibt nur wenige Sorten, die über Steckhölzer vermehrt werden können. Dies ist allerdings die einfachste Methode: Steckhölzer werden in ca. 10cm Länge direkt durch ein Nodium geschnitten und sollten mindestens zwei Augen haben aus denen sie neu austreiben können. In Bewurzelungssubstrat getaucht, in einen Topf mit feuchter Anzuchterde, vermischt mit Perlite gesteckt , mit einer Plastikhaube (alte Getränkeflaschen) abgedeckt oder in eine Plastiktüte gesteckt bewurzelt das Holz in ca. 6-8 Wochen.

Eine etwas schwierigere Methode, aber bei den meisten großblütigen Sorten notwendig, ist die Vermehrung über das Veredeln. Dazu braucht man eine Unterlage; verschiedene Sorten sind dafür geeignet. Auf der gewählten Unterlage wird dann ein Holz der gewünschten Sorte drauf veredelt.

Wer diese Methode ausprobieren möchte, sollte auf folgende Links schauen:
http://www.hibiscusworld.com/
http://users.bigpond.net.au/hibiscus

Eine besondere Art der Vermehrung, allerdings nicht Sortenecht, ist das Züchten.

Zum Kreuzen bringen Sie einfach den Pollen der einen Pflanze auf die 5 Narbenpolster der anderen Sorte auf. Bei erfolgreicher Bestäubung schwillt in den nächsten Tagen, nachdem die Blüte abgefallen ist, die Samenkapsel leicht an. Bis zur Ausreifung der Samenkapsel dauert es 6 bis 8 Wochen. Wenn die Samenkapsel in ihre fünf Kammern aufspringt werden Sie dort kleine braune Samen vorfinden.

 

1. Schnitt
2. Blätter einkürzen
3. in Bewurzelungssubstrat eintauchen
4. Eintopfen
5. Beschriften
6. mit Kunststofflasche oder Tüte abdecken
English version